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Wie man aufhört, Dinge persönlich zu nehmen

Dinge persönlich zu nehmen, ist interessanterweise eine "Strategie", die unserer Verteidigung dient, wenn wir uns angegriffen fühlen. Die Reaktion kommt oft so schnell, dass wir gar nicht merken, wie wir uns dabei eine "Geschichte" darüber machen, was unser Gegenüber uns eigentlich mitteilen möchte. Diese Geschichte wird dann zu unserer Realität - doch sie ist nur eine Illusion.


Im Versuch, in Sicherheit zu gelangen, fallen wir, wenn wir Dinge persönlich nehmen, auf eine alte Strategie zurück, mit der empfundenen Gefahr umzugehen, in der wir leider die Fähigkeit verlieren, gut in Beziehung zu gehen. Stattdessen kommen wir in Konflikt mit und selbst und anderen. Denn in dieser Strategie leiten uns Konfliktgefühle, wir verlieren darin die Fähigkeit zu Mitgefühl mit dem anderen und sind sozusagen nicht mehr ganz wir selbst.


Wer Dinge oft persönlich nimmt, ist sich in der Tiefe seiner selbst nicht sicher. Das Urteil gegenüber dem anderen ist dann leichter, als sich selbst infrage zu stellen, dem eigenen Selbstwert zu begegnen. Doch in dieser Schleife aus Urteil und Selbsturteil kommen wir nie gut in Beziehung.


Im heutigen Video von Emma McAdam geht sie klar und verständlich Schritt für Schritt durch das, was da in uns abläuft, wenn wir Dinge persönlich nehmen. Sich dieser Zusammenhänge bewusst zu sein, hilft, aus der Schleife rauszukommen.


Wie immer ist es die Haltung, in der wir unserem Gegenüber begegnen, die die Qualität der Beziehung bestimmt.


Zu erkennen, dass die Geschichten, die ich mir in meinem Kopf mache, mehr mit mir und meinen eigenen Unsicherheiten zu tun haben, als mit meinem Gegenüber, ist ein zentraler Aspekt. Den eigenen Geschichten im Kopf nicht zu glauben und nachzufragen, wie Dinge gemeint sind, ist ebenfalls wichtig.


Nachdem ich Urteil und Wertung loslasse, gehe ich in die Eigenverantwortung für "meinen" Teil der Beziehung, denn diesen Teil kann ich gestalten.


Es lohnt sich, dieses Video langsam und bewusst anzusehen und sich eventuell Notizen zu machen, da es ein Muster, wie wir im Konflikt miteinander in Beziehung gehen, sehr genau beschreibt.


Wen dieser Beitrag anspricht, dem empfehle ich auch den Beitrag "Liebe verkörpern, statt Liebe erwarten". Die beiden Beiträge beschäftigen sich mit der gleichen Grundidee.














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Über Präsenz und die Illusion der Zeit von Alan Watts

We are living in a culture entirely hypnotized by the illusion of time, in which the so-called present moment is felt as nothing but an innfinitesimal hairline between a causative past and an absorbin

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