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To Be Liste statt To Do Liste

To be or not to be, heißt es bei Hamlet. Und diese Frage wird besonders brisant, wenn ich vor lauter To Do nicht mehr ins To Be kommen.

To Be Liste statt To Do Liste I Achtsamkeit Blog

Wir haben alle eine To Do Liste und die ist meist endlos. Wie wir es auch drehen oder wenden, auf der To Do Liste stehen immer noch 20 Sachen, die ganz wichtig und dringend sind.


Die Frage ist nur, wie wichtig bin ich mir selbst in meinem Leben und wie dringend ist es, dass ich auch mal an der Reihe bin. Einfach damit es mir gut geht. Auf den ersten Blick ist die Sache nicht aufzulösen, das To Do siegt letztendlich immer. So resigniert man gern vor der langen Liste und gibt (sich) auf.


Ein guter Lebensplan


Damit ich mich nicht aufgeben muss, gibt es einen interessanten Fokus, mit dem ich auf mein Leben schauen kann. Aus meiner Sicht hat dieser Fokus ganz viel mit Lebensglück zu tun. Ich kann nämlich schauen, wie viel To Be in meinen To Do's steckt. Wie oft erlebe ich in meinem Tagesablauf Situationen, die mir guttun und in denen ich mit Menschen oder Tätigkeiten in Beziehung bin, die ich gern habe?


Wo fühlt sich mein Leben also so an, dass ich das gleiche auch gern tun würde, wenn ich kein Geld dafür bekommen würde?


Da ein so großer Teil unseres Lebens durch Arbeit geprägt wird, wird auch unsere Lebenszufriedenheit ganz wesentlich dadurch mitbestimmt, ob ich - so wie ich bin - einen Platz in meiner Arbeitswelt habe. Daher ist es wichtig, dass ich meine persönlichen Werte auch im Beruf leben kann und dass ich dort Beziehungen erleben kann, die ich als nährend erfahre.


Erlebe ich das im Beruf nicht, kann es mir einfach nicht gut gehen.


Bin ich einen Großteil meines Tages mit dem, was ich mache und mit den Beziehungen um mich herum in Konflikt, komme ich ganz automatisch auch mit mir selbst in Konflikt. Ich kann nur unglücklich sein, wenn mein Leben aus To Do's besteht, in denen ich persönlich keinen Sinn finde.


Das Gleiche gilt für mein Privatleben. Nur wenn ich dort Dinge erlebe, die mir Freude bereiten, fühle ich mich herzlich und lebendig mit dem Leben verbunden.


In Beziehung sein


Gut in Beziehung zu sein heißt, dass ich - so wie ich bin - in meinem Leben vorkommen darf. Es heißt, dass ich möglichst viel umgeben bin von Dingen und Menschen, auf die ich mich gern beziehe und mein Leben mit Freude erlebe.


Je mehr Freude ich mit dem habe, was ich täglich erlebe, desto besser bin ich mit mir selbst in Beziehung und desto weniger Selbstzweifel und Konflikte plagen mich.


Diese Gedanken führen uns heute zu einer sehr einfachen und erkenntnisreichen Übung, die damit in Kontakt bringt, wie gut ich in meinem Alltag auf mich schaue.

 

Übung:


Nehme eine DIN A4 Seite und teile sie in drei Spalten. Die erste Spalte nimmt die Hälfte der Seite ein, die beiden anderen Spalten teilen sich die andere Hälfte.


Schreibe dann in die erste Spalte alle Tätigkeiten deines ganz normalen Tagesablaufs. Notiere einfach alles, was dir so einfällt.


In die zweite Spalte füllst du eine Zahl von null bis fünf ein. Null heißt, in dieser Tätigkeit bist du gar nicht für andere da. Das machst du nur für dich. Fünf heißt, da bist du ganz für andere da.


Danach kannst du die dritte Spalte ausfüllen. In diese Spalte trägst du wieder eine Zahl von null bis fünf ein. Dieses Mal geht es darum, wie stark du in den Tätigkeiten deines Tages erlebst, dass sie dir auch guttun. Null - tut mir gar nicht gut. Fünf, tut mir total gut.


Wenn du die Zahlen eingetragen hast, wirst du sehen, dass auch in beiden rechten Spalten eine Fünf oder eine Null stehen kann. Es gibt Tätigkeiten, in denen du ganz für andere da sein kannst und dich gleichzeitig daran erfreuen kannst. Und es gibt Dinge, die machen für niemanden Sinn.


Wie korrespondieren die Zahlen mit deinem Lebensgefühl? Bist du für dich auf einem guten Pfad?


Du kannst schauen, ob du dir mehr Zeit für Tätigkeiten nehmen möchtest, die dir guttun und wo sich die To Do Liste mit der To Be Liste gut deckt. Kommen To Do und To Be in Einklang, fühlt sich das Leben sinnvoll an.


Was möchtest du im Kleinen und im Großen in deinem Tagesablauf ändern, damit du dich in deinem Leben möglichst wohlfühlen kannst?


Was fällt dir bewusst auf, wo du gut auf dich schaust?


Für welche Bereiche in der Liste bist du dankbar?


Welchen Pfad möchtest du an dieser Stelle deines Lebens gerade stärken?



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