Der Wert des Introvertiert seins
- vor 6 Tagen
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Immer wieder hat Alan Watts eine Perspektive auf Dinge, die mich tief berührt. So auch in dem Video, das ich heute verlinke.
Alan Watts schaut darauf, wie extrovertierte und introvertierte Menschen nebeneinander und mit einander existieren und wie wertvoll die Perspektive beider für das Ganze ist.
Wer introvertiert ist, neigt dazu, sich selbst infrage zu stellen und das introvertiert sein als Problem zu empfinden. Oft fragen sich introvertierte Menschen, warum sie nicht dazu gehören, warum sich ihre Batterien nicht aufladen, wenn sie unter Menschen sind, sondern entladen. Warum sie sich fremd fühlen. Was mit ihnen nicht stimmt.
Extrovertiert oder introvertiert - keines der beiden ist besser oder schlechter, normal oder nicht normal. Es sind zwei Perspektiven, die sich ergänzen und gegenseitig brauchen, um das Ganze zu erkennen.
Ein introvertierter Mensch nimmt alle Stimmungen und Gefühle im Raum wahr und muss diese ganze Information verarbeiten. Der Introvertierte ist wie ein Schwamm, der alles aufnimmt, was in einem Raum an Emotionen und Unterschiedlichkeiten existiert. Und zwar nicht nur beobachtend. Introvertierte "spüren" die Gefühle der anderen in sich. Und das kostet Energie.
Jemand, der extrovertiert ist, nimmt diese Informationen so nicht wahr. Er steht im Mittelpunkt. Er erfährt sich im Spiegel der anderen. Das gibt Energie. Das Nervensystem agiert direkt und ungefiltert mit der Außenwelt.
Introvertierte Menschen begreifen die Welt mehr durch die Begegnung mit sich selbst, durch Beobachten und tiefes Fühlen dessen, was um sie herum ist.
Introvertierte sind sensibler dafür, wer im Raum authentisch ist und wer eine Maske trägt und sich versteckt. Für den Introvertierten ist es nicht so leicht, in solche Masken zu gehen. Und auch das wird dann anstrengend für ihn in der Menge.
Der Introvertierte sucht nach echter Verbindung, die er an der Oberfläche nicht findet.
Alleine zu sein und wieder zu sich zu kommen, ist für den Introvertierten entspannend. Extrovertierte Menschen fühlen sich, wenn sie alleine sind, oft leer und vermissen die Anregung von außen. Sie brauchen das Außen, um sich ganz lebendig zu fühlen.
Was würde die Welt verlieren, wenn wir alle extrovertiert wären? Wer würde tief über Dinge nachdenken? Wer würde Kunst machen? Bücher schreiben? Wer würde in der Tiefe forschen?
Introvertierte sehen Dinge, die andere verpassen, sie verstehen oft tiefere Zusammenhänge. Die Tiefe der Wahrnehmung und die Sensitivität Introvertierter sind ganz eigene Geschenke.
Wir brauchen beides. Menschen, die durch Handeln und Gemeinsames Energie bekommen und solche, die dadurch zu sich kommen, dass sie mit sich und den Dingen tief in Beziehung gehen.
Im Video findet sich das, was ich hier beschrieben habe in viel schöneren Worten. Und gleichzeitig ist das Video eine wirklich schöne Ermutigung für alle, die introvertiert sind, diese Eigenschaft als Wert zu sehen und sich so anzunehmen, wie sie sind.
Dazu gehört, mit den Personen in Kontakt zu kommen, mit denen ich als Introvertierter gemeinsam in die Tiefe tauchen kann. Dann fühle ich mich auch als introvertierter Mensch zugehörig und verbunden.
Zu den englischsprachigen Videos auf YouTube: Man kann am unteren Bildrand Untertitel zuschalten und in den Einstellungen auch eine automatische Übersetzung auf Deutsch machen lassen.

















