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Mein Leben an meinen Werten ausrichten

In letzter Zeit wird mir immer klarer, wie ich mich in meinem täglichen Handeln nach Konzepten ausrichte. Diese Konzepte sind gewohnheitsmäßige Muster, die ich oft nicht infrage stelle. Und so fällt mir oft nicht auf, ob mir diese Konzepte eigentlich gut tun oder nicht. Das ändert sich, in dem Moment, wo ich bewusst auf meine Wahrnehmung achte.


Vor kurzem hatte ich erst wieder so ein Erlebnis, bei dem ich gestaunt habe. Mein ganzes Leben lang habe ich zwischen 19h00 und 21h00 zu Abend gegessen. Ich war dann am Abend oft träge und müde. Mein Frühstück habe ich so gegen 13h00 gegessen. Und tagsüber hatte ich auch nicht die Energie, die ich mir gewünscht hatte. Die simple Änderung morgens zu frühstücken und zwischen 15h00 und 17h00 meine letzte Mahlzeit zu essen, hat dazu geführt, dass ich jeden Abend hellwach und tagsüber voller Energie bin - und eine Stunde weniger Schlaf brauche. Eine kleine Änderung und mein Körper sagt mir sofort, ob er das gut findet.


Solche Beobachtungen habe ich in den letzten Jahren viele gesammelt.


In der Achtsamkeit geht es darum, genau diese Frage immer wieder zu stellen. Wie geht es mir eigentlich mit meiner Art zu leben?


Wenn ich mich selbst als Pflanze sehe, die bestimmte Umweltbedingungen braucht, um zu gedeihen, dann fällt mir leichter auf, ob ich mir mein Leben so eingerichtet habe, dass es mir entspricht. Niemand anderer kann das für mich machen. Denn nur ich bin tatsächlich damit in Kontakt, was mich lebendig macht und wo es mir gut geht.


So sind meine Werte ein Wegweiser dahin, herzlich mit mir selbst umzugehen.


Wenn ich nach meinen Werten leben kann, dann lebe ich in einem Leben, in dem ich gerne anwesend bin.


Vor Jahren hat mein Vater zu mir etwas gesagt, was lange nachgeklungen hat: "Alles, wofür man sich im Leben entscheidet, hat einen Preis. Und daher ist es wichtig, zu wissen, was einem im Leben wichtig ist." Denn für alles, wofür ich mich entscheide, fällt etwas anderes weg.


Zwei Fragen gibt es in der Achtsamkeit, die ich mir immer wieder stelle:


Was nährt mich?


.... und


Was ist mir wichtig?


Diese Fragen in mir zu vertiefen und mein Leben danach auszurichten führt mich im Laufe der Jahre immer mehr in ein Leben, das ich so leben kann, dass ich mit mir und meinem Leben in Einklang bin.


Aus diesen Gedanken ergibt sich eine schöne Übung.

 

Übung:


Ich kann die Frage, was mir in meinem Leben wichtig ist, mit meinem Partner oder meiner Partnerin erörtern oder mit einer guten Freundin, einem guten Freund.


Und ich kann dieser Frage auch nachgehen, in dem ich mich hinsetze und alles aufschreibe, was mir dazu einfällt.


Wichtig ist, dabei nicht oberflächlich zu sein, sondern mit dieser Frage so lange zu sitzen, bis auch tiefere Einsichten kommen. Denn die tieferen Einsichten sind in der Regel mit größerer Klarheit verbunden.


Und dann geht die Achtsamkeit den immer gleichen Weg. Sie geht nie in Widerstand mit dem, was mir nicht gut tut. Sondern sie legt den Fokus darauf, wie ich die Dinge Stück für Stück in mein Leben einladen kann, die mir viel wert sind, die mir wichtig sind, die mich nähren.


Sobald diese Dinge mehr werden, fallen Entscheidungen zu ihren Gunsten und die Dinge, die mir nicht so gut tun, verschwinden nach und nach aus meinem Leben.


Im besten Fall wird das ein jahrelanger bewusster Prozess, bei dem ich immer wieder schaue, was passt "für mich". Und damit mache ich Stück für Stück unabhängig davon, nach Konzepten anderer zu leben und so meine Lebendigkeit zu verlieren.


Letztlich gibt es nur einen Menschen, der für mich verantwortlich ist - und das bin ich selbst. Und aus diesem Blick bin ich es mir auch schuldig, gut mit mir umzugehen.




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