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Lebendigkeit, der Sinn des Lebens

  • 24. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Eines ist mir im Laufe der Jahre immer klarer geworden. Der Sinn des Lebens ist, lebendig zu sein, sich selbst Raum zu geben. Darauf zu achten, aus der eigenen Wahrnehmung heraus zu leben, in gegenseitiger Achtung. Die Idee ist für mich, auf die Menschen, Dinge und Tätigkeiten zuzugehen, die mir gut tun.



Wenn das gelingt, bin ich nicht nur mit mir in Einklang, sondern auch mit der Welt, in der ich lebe.


Aus diesem Grundverständnis heraus habe ich heute mal ein paar Dinge gesammelt, die für mich ein lebendiges Leben ausmachen. Die Liste ist subjektiv, sie ist nicht vollständig, aber sie schafft eine schöne Landkarte der Lebendigkeit, die jeder für sich nach Belieben erweitern kann.


Was ist für mich Lebendigkeit?


Mich und meine Gefühle spüren.


Mich so zeigen können, wie ich bin, ohne jede Maske, hinter der ich mich verstecke.


Neugierig sein.


Herzlich mit mir und anderen verbunden sein. Zugehörig sein, Verbundenheit fühlen.


Auf Dinge zugehen wollen und auch können.


Freude zu spüren, freudig zu sein.


Alle meine Gefühle so anzunehmen, wie sie sind, und mich von keinem Gefühl trennen zu wollen. Und wenn ich widersprüchliche Gefühle habe, dann stimmt nicht das eine "oder" das andere. Dann habe ich das eine "und" das andere Gefühl. Beide sind wichtig. Und dann kann ich erforschen, was mir diese Gefühle sagen wollen.


Mich ganz zu fühlen, ist für mich Lebendigkeit.


Meine Bedürfnisse spüren und sie leben, ohne dafür in Dominanz oder Unterordnung zu anderen Menschen gehen zu müssen.


Unabhängigkeit macht mich lebendig, weil es so viel leichter ist, sich selbst treu zu bleiben, wenn man nicht abhängig ist.


Davon auszugehen, dass ich schon immer gut war, so wie ich bin und die Welten zu suchen, die zu mir gehören. Zu denen ich eine positive Resonanz habe. Sei es zu Menschen, zu Orten, zu Tätigkeiten.


Mich selbst wirklich gern haben, weil es dann so viel leichter ist, andere gern zu haben.


Ein Leben mit wenig Angst zu führen. Denn nur wenn Ängste klein sind, kann ich wirklich das Hier und Jetzt mit allen Sinnen erleben. Dann kann ich mich an allem freuen, was mich umgibt. Dann kommt meine Zufriedenheit aus mir in der Resonanz mit der Welt um mich herum. Und dann braucht es sonst nichts. So wie es ist, ist es dann gut. Das ist vielleicht die tiefste Form der Unabhängigkeit und gleichzeitig die tiefste Form der Verbundenheit.


Mitgefühl mit mir und anderen haben können. Und mich dadurch als Teil von etwas fühlen können, als Teil eines gesamten lebendigen Seins, das über mich hinaus geht.


Gelingende Beziehungen machen lebendig. Egal, ob zu Menschen, Tieren, der Natur, Themen, Ideen, .... Letztlich sind wir unsere Beziehungen.


Sich gehalten fühlen und Halt geben können.


Leben weiterzugeben ist für mich ein schöner Teil von Lebendigkeit, um den Kreislauf des Lebens auch aus der Perspektive des Elternseins zu begreifen und zu erfahren.


Gibt es ein Leben vor dem Tod?


Das ist eine Frage, die Woody Allen einmal gestellt hat. Jeder kann diese Frage für sich beantworten. "Habe ich wirklich gelebt, bevor ich sterbe", ist aus meiner Sicht eine ganz wichtige Frage. Welche Teile von mir habe ich noch nicht gelebt? Worauf bin ich noch neugierig? Was sucht noch nach Erfüllung? Wonach habe ich noch Sehnsucht?


Ein lebendiges Leben ist ein sinnvolles Leben. Ein Leben, in dem ich mit allen Sinnen anwesend sein möchte. Es braucht den Mut, dieses Leben für sich zu finden, auf dieses Leben zuzugehen und sich selbst den Raum zu geben, nach seiner eigenen Wahrnehmung, seiner eigenen Façon zu leben. Nach dem eigenen Spüren, statt nach den Konzepten anderer.


Bin ich mir selbst treu, komme ich mit der Welt in Einklang.



Übung:


Erforsche, was es für dich ganz persönlich bedeutet, lebendig zu sein. Erinnere dich an die Momente in deinem Leben, in denen du dich am lebendigsten gefühlt hast. Ziehe eine Bilanz, wo du bereut hast, nicht deiner inneren Stimme gefolgt zu sein und wo es dir gelungen ist. Und achte auf den Preis dieser Entscheidungen.


Es ist schön, bei dieser Frage weit zurück zu gehen in die eigene Vergangenheit, einen ehrlichen Blick auf den Stand der Lebendigkeit im Jetzt zu machen und einen Blick in die Zukunft zu werfen. Auf die nächsten Jahre, vielleicht auch auf deinen nächsten Lebensabschnitt.


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