Es gibt nichts Gutes, außer man tut es


Dieses Zitat von Erich Kästner aus Emil und die Detektive hat mir persönlich immer gefallen.

Wenn man genauer hinschaut, wirft es den Blick auf etwas sehr Wesentliches.

Reden zeigt, wer jemand gerne wäre und Handlung zeigt, wer er ist

Wenn ich anfange darauf zu achten wie jemand handelt, merke ich sofort, daß ich mit seiner Wirklichkeit in Kontakt komme. Was immer jemand behauptet, daß er tun will - entscheidend ist nur, ob er es tut. Es kann viele Gründe geben, warum unser Gegenüber seinen Worten keine Taten folgen läßt.

Es ist immer schlau sich nach den Taten des Gegenübers zu richten. Denn dort wo sie nicht kommen, gibt es in unserem Gegenüber Widerstände, die wir anerkennen und achten können. Auch wenn wir sie nicht kennen. Und auch wenn es vielleicht nicht das ist, was wir uns von einer Situation wünschen. Denn niemand kann über innere Widerstände hinweg gehen - auch nicht, wenn er noch so gerne will.

Gute Vorsätze

Wir kennen das gleiche Phänomen auch von uns selber. In Form guter Vorsätze besucht es uns jedes Jahr zu Silvester. Wir merken dann wie schwierig es ist Dinge umzusetzen, die uns guttun würden. Wie gerne würden wir diese Vorsätze direkt umsetzen. Regelmäßig trainieren, auf Zucker verzichten, Yoga machen, sich ausdauernd auf eine Aufgabe konzentrieren, die einem "eigentlich" viel bedeutet, und vieles mehr.

Widerstände

Durch innere Widerstände drücken sich wichtige innere Glaubenssätze aus, die uns nicht erlauben den Status Quo zu verändern. Wenn wir uns nicht mit ihnen beschäftigen wird kein Wille stark genug sein uns ins Handeln zu bringen.

Widerstände sind Ausdruck eines inneren Konflikts. Unser Verstand zieht in die eine Richtung, doch unser ganzes inneres System zieht in eine andere.

Wir sind es gewohnt gegen Widerstände mit Kraft anzugehen oder einfach wegzuschauen. Doch die Erfahrung zeigt, daß diese Wege nicht zum Ziel führen. Je mehr wir so handeln, desto größer werden die Widerstände.

Achtsamkeit und Widerstände

Aus der Sicht der Achtsamkeit gibt es nur einen Weg in die Lösung - die radikale Anerkennung des Widerstands als zugehörig - und als Träger von wichtigen Informationen.

Statt gegen den Widerstand anzugehen oder so zu tun als gäbe es ihn nicht, wenden wir uns in der Achtsamkeit dem Widerstand zu und sagen "Ja" zu ihm. Wir begrüßen ihn als Freund und hören was er zu sagen hat. Während wir das tun stellen wir die Aufgabe oder den guten Vorsatz zurück. Sie sind in dem Moment nebensächlich.

Wir setzen uns sozusagen mit dem Widerstand an einen Tisch, heißen ihn willkommen und hören zu. Nur wenn wir die Motive des Widerstands kennenlernen und uns mit ihnen verbünden, können wir den Widerstand überwinden.

Albert Einstein hat einmal gesagt: "Once we accept our limits, we go beyond them." Auf deutsch heißt das: "Wenn wir unsere Grenzen akzeptieren, überwinden wir sie."

Wenn es dir gelingt den Widerstand ohne Urteil anzunehmen, zeigen sich wichtige Botschaften dieses Gefühls.

Wenn du mit dem Widerstand wirklich in Beziehung gehst, wird der Weg frei für einen Schritt in Richtung Lösung.

Je mehr der Widerstand geachtet wird, desto kleiner kann er in der Wirklichkeit werden.

Dazu im Folgenden eine kleine Meditation

Meditation

Beginne deine Meditation wie immer mit dem Einnehmen einer guten Meditationshaltung, und damit, daß du dich auf deinen Atem fokussierst.

So kommst du für ein paar Minuten zur Ruhe.

Fokussiere dich auf das Gefühl deines Widerstands . Wo spürst du derzeit Widerstände in dir? Womit haben diese Widerstände zu tun? Laß das Gefühl des Widerstands in dir lebendig werden. Körperlich und geistig.

Auch wenn es sich unangenehm anfühlt, halte das Gefühl. Gehe mit dem Widerstand in Kontakt. Indem du innerlich Ja sagst.

Öffne dich dem Widerstand in einer annehmenden Haltung - ohne konkrete Erwartungshaltung.

Du weißt nicht, was dir der Widerstand mitteilen möchte, aber du kannst dich in der Meditation dem aussetzen was kommt.