"Warum sind wir hier?" von Richard Beauvais


Wir sind hier, weil es letztlich kein Entrinnen vor uns selbst gibt. Solange der Mensch sich nicht selbst in den Augen und Herzen seiner Mitmenschen begegnet, ist er auf der Flucht. Solange er nicht zulässt, dass seine Mitmenschen an seinem Innersten teilhaben, gibt es für ihn keine Geborgenheit. Solange er sich fürchtet, durchschaut zu werden, kann er weder sich noch andere erkennen – er wird allein sein. Wo können wir solch einen Spiegel finden, wenn nicht in unseren Nächsten?

In der Gemeinschaft kann ein Mensch erst richtig klar über sich werden und sich nicht mehr als den Riesen seiner Träume oder den Zwerg seiner Ängste sehen, sondern als Mensch, der – Teil eines ganzen - zu ihrem Wohl seinen Beitrag leistet. In solchem Boden können wir Wurzeln schlagen und wachsen; nicht mehr allein – wie im Tod – sondern lebendig als Mensch unter Menschen. Richard Beauvais, 1964


30 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

"Meinen Keks essen" von Thich Nhat Hanh

Als ich vier Jahre alt war, hat meine Mutter mir jedes mal vom Markt einen Keks mitgebracht. Ich ging in den Vorgarten und nahm mir viel Zeit es zu essen. Manchmal brauchte ich für einen Keks eine hal

Denken wie ein Schmetterling von Mark Nepo

Montag sagte man mir, ich wäre gut. Ich war erleichtert. Dienstag wurde ich ignoriert. Ich fühlte mich unsichtbar. Mittwoch hat mich jemand kritisiert, und ich hab begonnen mich anzuzweifeln. Donnerst