Mein Immunsystem stärken - Ernährung und Fasten



Achtsamkeit ist für mich eine Lebenshaltung, die bewusst damit umgeht, was mir in meinem Leben gut tut und sich daran orientiert. Dabei ist der Körper ein ganz wichtiger Fokus in der Achtsamkeit. Geht es meinem Körper gut, geht es mir auch gut.


So gehört für mich das Thema Ernährung ganz wesentlich zu einem achtsamen Leben.


Es ist interessant, wie sehr unsere Immunabwehr und unsere Gesundheit mit dem Thema Ernährung verbunden ist. Ist man sich dessen bewusst, kann man über Ernährung erstaunliche Selbstheilungskräfte in Gang setzen und viel Wohlbefinden erzeugen.


Gesunde Ernährung


Wenn ich mich gut ernähre, viel Gemüse, Obst und vor allem Ballaststoffe und Vollkornprodukte esse, entlaste ich meinen Körper. Im Mikrobiom des Darms wird dadurch das Gleichgewicht zugunsten entzündungshemmender Bakterien im Darm verschoben. Es entsteht eine gesunde Darmflora, die mit jeder Art von Krankheitserregern besser umgehen kann.


Das Mikrobiom im Darm ist ganz wesentlich für unsere Immunabwehr. Das Wort Mikrobiom steht für die Gesamtheit aller Bakterien und Viren in unserem Darm.


70% aller Immunzellen befinden sich im Dünn- und Dickdarm; knapp 80% aller Abwehrreaktionen laufen hier ab. Das macht den Darm zu einem enorm wichtigen Teil unseres Immunsystems. Ist der Darm gesund, sind wir besser gegen Krankheiten geschützt.


Einerseits gibt es die Darmflora, womit eine Lebensgemeinschaft von bis zu 100 Billionen Mikroorganismen gemeint ist, die das innere Milieu im Darm prägen. Zum anderen sitzen auch noch 70 % aller Abwehrzellen des Körpers im Darm. Damit bildet der Darm das Zentrum unseres Immunsystems.


Ernähre ich mich gesund, füttere ich sozusagen die guten Bakterien und Viren in meinem Darm. Esse ich ungesund und vor allem viel Zucker, wird die Immunfähigkeit stark beeinträchtigt.


Der Körper baut sich seine Immunzellen


Unser Körper braucht für die Herstellung von Immunzellen Stoffe, die in den oben beschriebenen gesunden Nahrungsmitteln enthalten sind. Aus ihnen kann er Immunzellen bauen. Nehme ich diese Stoffe aus der Nahrung nicht ausreichend zu mir, fehlen dem Körper die Stoffe zur Herstellung von Immunzellen.


Zucker und industriell verarbeitetes Essen belasten den Körper. Durch Zucker werden gezielt die krankheitsfördernde Bakterien und Viren gefüttert. Die Darmflora gerät aus dem Gleichgewicht.


Mit Zucker füttere ich nicht nur die schlechten Bakterien - mit Zucker im Blutkreislauf ist auch ständig Insulin im Körper und solange Insulin in meinem Körper ist, kann der Körper kein Fett abbauen.


Das führt nicht nur zu Gewichtszunahme, sondern ist in Kombination mit einem geschwächten Mikrobiom auch eine wesentliche Ursache von entzündlichen Prozessen im Körper, Herzerkrankungen, Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck, Cholesterin, Allergien, Asthma und weiteren Symptomen.


Verarbeitete Produkte, die künstliche Zusatzstoffe enthalten, belasten unseren Körper, weil sie Giftstoffe sind, die der Körper aufwendig verarbeiten muss, um sie wieder auszuscheiden. Die dafür benötigte Energie steht dem Körper und dem Immunsystem nicht zur Verfügung.


So ist gesunde Ernährung eine der wichtigsten Grundlagen für eine gute Immunabwehr und langfristig für eine nachhaltige gute Gesundheit.


Es ist aber nicht nur die Art des Essens, die ich zu mir nehme, die eine Auswirkung auf meine Gesundheit hat, sondern auch die Häufigkeit und Menge. Durch nichts werden die Selbstheilungskräfte des Körpers so gefördert, wie durch Fasten.


Und das hat damit zu tun, daß der Körper durch Fasten tatsächlich die Möglichkeit bekommt sich selber regenerieren, zu reparieren und zu heilen.


Unsere Ernährungsgewohnheiten


Unsere Ernährungsgewohnheiten haben sich in den letzten Jahrzehnten sehr geändert. Weg von fixen Mahlzeiten mit längeren Pausen dazwischen, hin zu einer Snackkultur, wo wir auch zwischen den Mahlzeiten immer wieder eine Kleinigkeit essen und Kaffee oder Tee mit Zucker zu uns nehmen.


Oft essen wir vom Aufstehen bis zum Schlafen gehen immer wieder etwas - und wenn es nur eine Kleinigkeit ist. Aber auch diese Kleinigkeit will verdaut werden. Doch solange der Körper ständig mit der Verarbeitung von Nahrung beschäftigt ist, kann er sich nicht um Regenerations- und Reparaturprozesse kümmern.


Kommt unser Körper nie in einen Regenerations- und Reparaturmodus, steigt die Wahrscheinlichkeit für Fehlfunktionen, die wiederum in Krankheiten resultieren.


Aus dieser Sicht können sowohl die Art, wie auch die Dauer unserer Nahrungsaufnahme für unseren Körper massiven Stress bedeuten.


Es ist das Erste Mal in der langen Menschheitsgeschichte, daß wir in einer Kultur leben, in der Essen immer zur Verfügung steht. Dadurch gibt es keine Zeiten natürlichen Fastens mehr.


Doch unser Körper ist darauf ausgerichtet, genau diese Zeiten ohne Nahrung dafür zu nutzen Fett abzubauen und ganz wichtige körperliche Reparaturprozesse in Gang zu bringen.


Was passiert beim Fasten?


Es ist interessant, sich die Phasen näher anzuschauen, die der Körper beim Fasten durchläuft.


Nach zwei Vorbereitungstagen, an denen ich weniger und gesünder esse, braucht mein Körper ungefähr einen Tag, bis er alle Nahrung im Körper restlos verarbeitet hat. Der ganze Zucker im Körper wird anfangs im Glykogen umgewandelt und in der Leber gelagert. Von dort steht das Glykogen dem Körper als Brennstoff zur Verfügung.


Nach ungefähr einem Tag ist dieser Glykogenspeicher leer.


Noch bevor sich der Speicher leert, bekomme ich ordentlich Hunger, denn mein Körper möchte weiterhin Energie von außen bekommen, damit er seine eigenen Depots (Fett) nicht anrühren muss.


Umstellung des Stoffwechsels


Das Interessante ist - wenn der Körper merkt, daß keine Nahrung nachkommt, geht er davon aus, daß einfach nichts da ist. Damit hört auch das Hungergefühl auf.


Der Körper stellt dann ganz einfach darauf um, die Energie aus dem Fett zu nehmen. Sprich, der Körper verbrennt Fett, um alle Körpervorgänge zu versorgen. Die Muskeln, das Gehirn, alle Organe in ihrer Funktion brauchen Energie, die dann aus dem Fett kommt.


So beginnt der Körper jeden Tag ungefähr ein halbes Kilo Fett zu verbrennen - ich nehme ab. Die einzige Nahrungsaufnahme beim Fasten ist eine Kombination aus Gemüsebrühe und Gemüsesaft. Dadurch kriegt der Körper jeden Tag genug Proteine, damit die Muskeln nicht abbauen müssen.


Der Körper wird also optimal mit Energie versorgt und es ist kein Hungergefühl da. In der Evolution hat der Körper gelernt, sich auf diese Weise an Zeiten anzupassen, in denen keine Nahrung vorhanden ist.


Ich kann in der Zeit körperlich alles leisten, was ich sonst auch leiste. Ich kann auch Sport machen, Weitwanderungen, was auch immer. Das Körpergefühl ist während der Zeit großartig und es ist immer genug Energie da.


Ich habe mehr Energie


Tatsächlich habe ich in der Fastenzeit deutlich mehr Energie als sonst. Denn mein Körper ist nie damit beschäftigt Nahrung zu verdauen, was im Laufe des Tages sehr viel Energie und Kraft kostet und auch müde macht.


In der Fastenzeit wird nicht nur optimal Energie verbrannt, es entsteht auch eine angenehme Wachheit und Klarheit im Kopf.


Der Körper beginnt sich zu reparieren


Wenn der Körper keine Nahrung zu verarbeiten hat, beginnt er mit regenerativen Prozessen im ganzen Organismus. Reparaturprozesse beginnen - und das interessanterweise bis hin zur Zellebene.


Alles was in der Zelle fehlerhaft ist, wird repariert. Alles was nicht in die Zelle gehört, wird während des Fastens aus der Zelle und aus dem Körper ausgeschieden. Dieser Effekt nennt sich Autophagie.


Ernähre ich mich nach unseren heutigen Standards "normal", kommt der Körper nie dazu in diesen Selbstreparaturmodus zu gehen.


Auf diese Weise stärkt Fasten die Selbstheilungskräfte auf einzigartige Weise. Unser Körper beginnt sich tatsächlich selbst zu heilen. Sind die Zellen gut repariert und gesund arbeiten sie nicht nur besser und kommen mit Belastungen besser zurecht. Sie erzeugen auch weniger Fehlerprozesse in der Zellteilung.


Studien belegen, daß mein Körper im Autophagiemodus jede Art von Krankheitserreger dramatisch besser bekämpfen kann. Möchte ich die Selbstheilungskräfte meines Körpers also stärken und ihn belastungsfähiger machen, ist Fasten eine geniale und einfache Methode.


Warum auch Intervallfasten gut ist


Intervallfasten ist in den letzten zwei Jahren mehr und mehr in den Medien als Trend aufgetaucht. Beim Intervallfasten profitiere ich vom gleichen Effekt. Der Glykogenspeicher im Körper ist nach ca. 12 Stunden geleert. Esse ich am Tag nur 8 Stunden lang etwas und faste täglich 16 Stunden, stehen meinem Körper täglich ca. 4 Stunden zur Verfügung, in denen er Fett verbrennt - und 4 Stunden, in denen er sich regenerieren und seine Zellen reparieren kann.


Intervallfasten ist eine Methode, die ich als permanenten Lebensstil wählen kann. Reduziere ich dabei noch Zucker und achte auf gesunde Ernährung, gibt es faktisch nichts, was die Selbstheilungskräfte in meinem Körper mehr stärkt.


Vorteile durch Fasten und gesunde Ernährung


Meine Immunabwehr wird deutlich gestärkt. Gleichzeitig bekomme ich aus gesunder Nahrung mehr Energie und ich belaste meinen Körper nicht durch aufwendige Verdauungsprozesse. Zudem hat mein Körper alle Stoffe, aus denen er Immunzellen bauen kann.


Alle diese Faktoren zusammen bewirken, daß das Risiko von Übergewicht deutlich gesenkt wird, die Wahrscheinlichkeit von kurz- und längerfristigen Krankheitssymptomen zurückgeht, mein Körper eine deutlich gestärkte Immunabwehr hat und entzündliche Prozesse im Körper wesentlich schneller heilen.


Wer sich näher für Fasten und gesunde Ernährung interessiert, dem empfehle ich das Buch von Andreas Michelsen: "Mit Ernährung Heilen".


In der Rubrik Bücher schreibe ich ein bißchen mehr darüber, welche Themen das Buch abdeckt.


Meine Erfahrung mit Fasten


Ich selber habe Fasten und Intervallfasten seit letztem Jahr zu einem Teil meines Lebens gemacht und habe seitdem einen deutlich schlankeren und gesünderen Körper, in dem ich mich wesentlich wohler fühle.


Was ich über Ernährung gelernt habe, hat mich aus einem ewigen Jojo Effekt rausgeholt, der jedes Jahr darin resultiert hat, daß ich wieder zwei, drei Kilo mehr auf der Waage hatte. Dafür, wie es mir durch eine nachhaltige Ernährungsumstellung heute geht, bin ich sehr dankbar.