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Vertrauen kann man nicht geben, es wird erworben

Oft fällt es schwer, wenn jemand sagt, "du kannst mir vertrauen", diesem Menschen auch wirklich zu vertrauen.

Vertrauen kann man nicht geben, es wird erworben I Achtsamkeit Blog

Unser Verstand möchte dem glauben, was das Gegenüber sagt, aber unsere Gefühle sagen uns eventuell etwas anderes. Es gibt gute Gründe, den eigenen Gefühlen zu vertrauen. Denn unsere Gefühle sind sozusagen der Speicher der Erfahrungen, die ich mit einem Menschen in der Vergangenheit gemacht habe.


Kann ich also nicht vertrauen, geben mir meine Gefühle die Information, dass mein Gegenüber in der Vergangenheit nicht vertrauenswürdig gehandelt hat. Dann ist es gut, auf "meine Gefühle" zu vertrauen, in mich hineinzuhorchen, in welchen Situationen das so war und anzusprechen, welche Handlungen mein Gegenüber in der Vergangenheit gesetzt hat, die mein Vertrauen erschüttert haben.


Handlungen bestimmen Beziehung


Wir erleben unsere Beziehungen über die Handlungen unseres Gegenübers. Gibt es eine große Deckung zwischen dem, was jemand sagt und behauptet und der dann erlebten Realität, entsteht Vertrauen ganz von allein.


Ich bin dann immer orientiert, wer mein Gegenüber ist und auf wen ich mich da beziehe. Laufen Behauptungen, Ankündigungen, Worte und die zugehörigen Taten auseinander, entsteht ganz automatisch Misstrauen und Distanz. Ich kann mich dann nicht mehr auf mein Gegenüber beziehen, denn ich weiß nicht mehr, wer mein Gegenüber ist. Ein Teil von mir beginnt sich Geschichten auszudenken, was denn beim anderen vorgeht, um die Dissonanz zwischen Worten und Handlung zu schließen.


Doch wir sind in jeder Beziehung darauf angewiesen, die Motive und Gefühle des anderen aus seinem Mund zu hören, um zu wissen, woran wir sind.


Aus diesen Gründen ist es in jeder Beziehung wichtig, so zu handeln, dass man für sein Gegenüber greifbar und berechenbar ist. Dass man sich mit allen Motivationen und Gefühlen zeigt, die zu einer Handlung gehören, damit man für das Gegenüber sichtbar wird.


 

Übung:


Es ist interessant, eine Woche den Fokus auf folgender Frage zu haben: "Wenn ich auf mich selbst schaue, wo sind meine Worte und Handlungen kongruent und wo laufen sie auseinander? "


Dort, wo beide auseinanderlaufen - was passiert dort genau? Oft ist dort eine Dissonanz zwischen dem, was mein Verstand will, während meine Gefühle in eine andere Richtung ziehen. Dieser Aspekt von Vertrauen bezieht sich auf das Thema "Selbst"-Vertrauen.


Genauso interessant ist es, bei denen, die mir nahe sind, ganz bewusst auf das gleiche Phänomen zu schauen. Wo laufen deren Worte und Taten auseinander und welchen Aussagen kann ich wirklich trauen?


Egal, wohin ich meinen Fokus in der Frage richte, es ist immer wichtig zu wissen, dass Verhalten durch Gefühle gelenkt wird und nicht durch rationale Pläne, Wünsche oder Vorsätze.


Beziehung wird durch Handlung bestimmt und Handlungen werden durch Gefühle gelenkt. Wann immer ich dieser Dissonanz auf den Grund gehen möchte, ist es also immer wichtig zu schauen, was mir die Gefühle sagen, die einer Sache im Weg stehen. In der Regel wollen sie mich vor etwas beschützen, wenn sie Vertrauen blockieren.


Höre ich also meinen Gefühlen zu und lerne sie zu verstehen, mache ich einen wichtigen Schritt in Richtung Selbsterkenntnis. Dadurch kann ich die innere Realität anerkennen, die die jetzige Situation ausmacht. Sobald diese innere Realität anerkannt ist, öffnen sich Möglichkeiten, anders zu handeln und mit meinem Gegenüber so in Beziehung zu gehen, dass Vertrauen entsteht.


Vertrauen schafft Sicherheit. Bin ich sicher, fühlt sich Nähe gut an und ich fühle mich verbunden. Dann geht es mir in Beziehung gut.


Daher ist Vertrauen eine so wichtige Grundlage von Beziehung.



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