Wozu eigentlich achtsames Yoga?

07.06.2019

 

 

Yoga wird oft gemacht, weil man sich entspannen will. Das ist verständlich -  aber das ist nicht das eigentliche Ziel von Yoga. Das Ziel von Yoga ist, unseren Körper und unsere Muskeln wieder in ein Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung zu bringen.

 

Überall, wo wir mit uns selbst oder anderen in Konflikt kommen, spannen wir uns an. Und wenn Anspannungen über längere Phasen gehalten werden, werden sie zu Verspannungen.  Verspannungen sind ein Zeichen für gehaltenen Stress, für Angst und ein geschwächtes Immunsystem.

 

Diese Anspannungen passieren ganz unwillkürlich und unbewusst in Reaktion auf Konfliktsituationen. Bei verschiedenen emotionalen Reaktionen spannen wir uns an verschiedenen Orten im Körper an. So hat jeder von uns ein ganz persönliches Anspannungsmuster, das zu seiner Persönlichkeit gehört - und daß auch seine körperliche Haltung bestimmt. 

 

Es gibt heute viele Arten von Yoga, die angeboten werden. Unter anderem gibt es auch achtsames Yoga, das ein wesentlicher Teil des 8 wöchigen MBSR Kurses ist.

 

Worauf liegt der Fokus beim Achtsamen Yoga?

 

Auf einer Seite ist die Idee von achtsamem Yoga die Entspannung und Dehnung von verspannten Muskeln zu fördern. Auf der anderen Seite stärkt es Muskeln, die wir sonst vielleicht nicht so stärken. Die Abfolge von Übungen führt so zu einem größeren Gleichgewicht im Körper - und damit auch zu einem größeren emotionalen Gleichgewicht. Denn die Körperebene und die emotionale Ebene sind eins zu eins mit einander verwoben. Sie existieren nicht unabhängig nebeneinander.

 

Achtsames Yoga wird sehr langsam und bewusst durchgeführt. Dadurch kommen wir durch achtsames Yoga in eine sehr bewusste Körperwahrnehmung. In eine Wahrnehmung dessen welche Teile unseres Körpers sich wie anfühlen - und in eine bewusste Wahrnehmung von Anspannung und Entspannung in unserem Körper.

 

Wenn wir unseren Körper während der Übungen nicht nur da wahrnehmen, wo wir uns anspannen - sondern bei jeder Übung auch immer ganz bewusst darauf achten, welche Muskeln entspannt ruhen dürfen, begegnen wir bewusst unseren inneren Anspannungsmustern.  Dann stellen wir fest, daß wir auch in der Entspannung die immer gleichen Muskelpartien in Anspannung halten - ohne daß es uns bewusst ist.

 

Diese Bewusstheit über unsere persönlichen Anspannungsmuster führt dazu, daß wir sie auch im Alltag besser wahrnehmen können. Wo uns das gelingt, können wir uns in Situationen, die uns Stress machen ganz bewusst entspannen - und so aus unseren gewohnheitsmäßigen Reaktionsmustern aussteigen. 

 

Da die emotionalen und körperlichen Reaktionsmuster ident sind, wirkt eines aufs andere zurück. In dem Moment, wo ich mich körperlich bewusst entspannen kann, tritt der gleiche Effekt auch emotional ein.

 

Im Folgenden zwei Anleitungen für Yoga im Liegen und Yoga im Stehen.

 

 

 

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