Perspektive bestimmt unser Leben

03.05.2019

 

Das Glas ist halb voll - das Glas ist halb leer. Wer hat recht?

 

In der Dokumentation Human erzählt ein Enkel darüber, warum sein Großvater in seinem Leben wichtig ist. Der Enkel ist längst erwachsen, so um die 40. Er macht sich Sorgen um seinen Großvater, dessen Frau gerade gestorben ist - nach 50 Jahren Ehe.

 

Als er seinen Großvater besucht, merkt er schnell, daß es seinem Großvater gut geht. Daß er mit der Situation auf die ihm eigene menschliche, herzliche Art und Weise gut umgeht. Der Enkel ist darüber sehr erleichtert und sagt dem Großvater, wie dankbar er ihm dafür ist, daß er von ihm den Blick auf das Leben lernen konnte, daß das Glas immer halb voll ist - und nicht halb leer.

 

Darauf antwortet der Großvater: "Das Glas ist schön."

 

"Wenn man ändert, wie man auf die Dinge schaut, ändern sich die Dinge" Max Planck

 

Wo immer wir schwierige Beziehungserfahrungen gemacht haben, verinnerlichen wir Glaubenssätze. Unsere inneren Annahmen darüber wie die Welt und die Menschen sind, bestimmen wie wir Beziehung erleben. Diese Glaubenssätze werden sozusagen die Brille, durch die wir die Welt erleben. Und oft sind diese Glaubenssätze nicht hilfreich und verhindern Beziehung.

 

Dabei verlieren wir leider aus dem Blick, daß sie nur "eine mögliche Perspektive" sind.  

 

Was macht das mit mir, wenn ich einen Gedanken - eine Perspektive zulasse, die nicht aus mir selber kommt ? Wie kann das mein Leben und meinen Ausblick verändern.

 

Es ist immer wieder schön zu sehen in Achtsamkeitskursen, wie zu einer Situation viele verschiedene Ansätze im Raum auftauchen. Es bringt einen in Kontakt damit, daß man die Welt auch anders sehen kann als man es gewohnt ist. 

 

Die Perspektive der Achtsamkeit

 

Die Haltung der Achtsamkeit besteht darin, auch mit den Dingen im Leben in Beziehung zu gehen, die schwierig sind -  auch dem Ungewollten freundlich zu begegnen.

 

Der Satz "Das Glas ist schön" vereint zwei scheinbare Gegensätze in einer dritten Perspektive. 

 

Egal was uns im Leben passiert, es stellt sich die immer gleiche Frage: Welche Perspektive kann ich gegenüber dem was ist einnehmen, sodaß ich gut in Beziehung bleiben kann?

 

Wenn ich meine eigene Lebensperspektive, meinen eigenen Standpunkt, meine eigene Persönlichkeit mit Selbstachtung vertreten kann, ist das die Basis dafür, daß ich auch andere Perspektiven zulassen kann, ohne daß ich mich bedroht fühle.

 

Je besser ich mich neuen Perspektiven in mir und bei anderen öffnen kann, desto größer werden meine Möglichkeiten mit dem was ist in Einklang zu kommen. Und desto mehr Beziehung ist möglich.

 

 

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