Grundhaltungen der Achtsamkeit

10.06.2018

Dies ist eine kleine Sammlung an Grundhaltungen der Achtsamkeit, die ein Gefühl dafür geben, wie Achtsamkeit auf das Leben schaut. Sie stellen eine gute Grundorientierung her. 

 

Für den Anfänger ist es wichtig, gleich zu Beginn zu verstehen, daß es bei der Meditation darum geht, Freundschaft mit unserem Denken zu schließen. Wir halten es in sanftem Gewahrsein, egal, was uns gerade durch den Kopf geht. Es geht nicht darum, die Gedanken abzuschalten, oder sie in irgend einer Weise zu verändern. Man kann den Ozean auch nicht daran hindern Wellen zu schlagen.

 

Unsere Gedanken sind wie die Wellen an der Oberfläche der Wirklichkeit. Wer wir sind ist immer viel größer und tiefer ist als wir das in unserem Alltag wahrnehmen.

 

Die Gesamtheit unseres Geistes ist seiner Natur nach tief, still und ruhig.

 

Achtsamkeit bedeutet die Kultivierung des Gewahrseins von Moment zu Moment.

 

Das Gewahrsein spürt und weiß, ohne zu denken.

 

Im Buddhismus ist der Geist der sechste Sinn. Er kann die Dinge im Gewahrsein halten. Erkennen und Wissen ohne zu denken.

 

Das Leben unserer Ganzheit ist Gewahrsein.

 

Innehalten, langsamer werden, in Beziehung gehen, spüren - sich selbst und das Gegenüber - ist eine wesentliche Grundhaltung der Achtsamkeit

 

Weisheit heißt, die Tatsächlichkeit der Dinge erkennen und annehmen. 

 

Achtsamkeit ist liebevolle Aufmerksamkeit - auch für uns selbst.

 

Achtsamkeit anerkennt, daß alles sein darf - ganz einfach weil es ist. Sie schließt nichts aus.

 

Nur durch unsere Sinne können wir achtsam und im Augenblick sein!

 

Obwohl Achtsamkeit ganz einfach ist, ist sie nicht leicht. Es braucht kontinuierliche Praxis.

 

In Beziehung mit sich sein heißt, daß Beziehung mit anderen möglich ist.

 

Meine Achtung vor anderen ist immer gleich groß wie meine Selbstachtung.

 

Achtsamkeit ist immer auch eine Haltung der Sanftheit und des Mitgefühls gegenüber sich selber.

 

In der Achtsamkeit kommt unser Tun aus dem Sein und nicht aus den äußeren Bedingungen.

 

Die Achtsamkeit lädt uns immer wieder dazu ein, uns auch im Angesicht unserer Überwältigung, unseres Widerstands und unserer Verzweiflung dem zuzuwenden, wovon wir uns am stärksten wegbewegen wollen.

 

Meditation ist die Kultivierung des entschlossenen Annehmens von allem was sich zeigt. Wir nehmen es mit ganzem Herzen im Gewahrsein an. Wir sagen ja.

 

Die Kultivierung der Achtsamkeit ruht auf einer ethischen Grundlage. Achtsamkeit ist eine Haltung gegenüber der Wirklichkeit, die zutiefst mit Mitgefühl verbunden ist - und das beginnt bei uns selbst. Es beruht vor allem auf dem Prinzip des Nicht Verletzens. 

 

Einfach ausgedrückt besteht Achtsamkeit darin jedem Moment unseres Lebens volle Aufmerksamkeit zu schenken. Und dabei jeden Moment zu achten wie er ist. Wir sind von der Beschaffenheit eines jeden Augenblicks vereinnahmt. Uns wird klar, dass unser Leben aus einzelnen Momenten besteht, und dass wir immer nur mit einem Moment nach dem nächsten umgehen können.

 

Obwohl wir Erinnerungen an die Vergangenheit und Vorstellungen über die Zukunft haben, erfahren wir doch immer nur den gegenwärtigen Moment. Dies ist die einzige Möglichkeit, unser Leben voll und ganz zu erfahren.

 

Vielleicht glauben wir unser Leben wäre reicher, wenn wir über Vergangenheit und Zukunft nachdenken, aber wenn wir der gegenwärtigen Situation keine Aufmerksamkeit schenken, verpassen wir unser Leben. Wir können an der Vergangenheit nichts mehr verändern, selbst wenn wir sie wieder und wieder in Erinnerung rufen, und unsere Zukunft liegt im Ungewissen.

 

Achtsamkeitspraxis ist also die Praxis des Lebendig-Seins, des Am-Leben-Seins. Wenn wir über Meditationstechniken sprechen, dann sprechen wir über Lebenstechniken. Wir reden nicht über etwas von uns Getrenntes. Wenn wir davon reden achtsam zu sein und in einer achtsamen Weise zu leben, dann sprechen wir über die Praxis der Unmittelbarkeit oder Spontaneität.

 

Achtsamkeit fragt nicht "Warum fühle ich so?" Achtsamkeit fragt nur "Was fühle ich?" Egal was wir in uns vorfinden, es darf sein. Diese Seinsqualität wird in der Meditation geübt. Wenn wir uns dann wieder dem Tun widmen, begegnen wir ihm in einer Haltung des Seins. 

 

 

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