Schwebepartikel

28.02.2018

Vor ein paar Tagen hab ich ein Mail von einer Freundin bekommen, worin sie schrieb, daß sie jetzt gerade da sitzt, und ihre Schwebepartikel absinken läßt.

 

Was für ein schönes Bild für Meditation, dachte ich mir. Weil es genau das Gefühl beschreibt, das ich oft habe, wenn ich meditiere. 

 

Wir gehen meist durch hektische Tage, in denen alles um uns, und auch in uns aufgewirbelt wird. Alles ist in Aufruhr. Wie gut es da tut, wenn man sich an einem schönen Sommertag auf dem Nachhauseweg noch unter einen Baum setzen kann, und einfach friedlich in einen Baum schaut, während die Schwebepartikel absinken.

 

Oder man steht am Abend in der Wohnung und schaut ohne was Besonderes zu denken einfach eine viertel Stunde aus dem Fenster. Momente der Ruhe, in denen gar nichts passiert. 

 

Scheinbar gar nichts - denn die Schwebepartikel sinken ab und der Blick wird wieder klar.

 

Das Bild mit den Schwebepartikeln ist ein schönes Bild, um es mit in die Meditation zu nehmen. Diese Meditation kann einen rituellen Übergang von den Ereignissen des Tages zum privaten und ruhigeren Teil des Tages darstellen, an dem wir das was uns tagsüber beschäftigt hat gerne hinter uns lassen, um wieder bei uns selbst anzukommen.

 

Diese Meditation kann man auch gut vor dem Schlafen gehen machen, wenn man die Ereignisse des Tages nicht mit in die Träume nehmen möchte. 

Meditation

 

Setze dich in Meditationshaltung hin, schließe die Augen und achte auf den Fluß deines Atems. 

 

Wenn dein Atem in einen ruhigen Fluß kommt, sehe die Ereignisse des Tages vor deinem inneren Auge, wie sie um dich herum wirbeln.  

 

Nehme wahr, daß du selber im jetzigen Moment in Ruhe bist - verbunden mit deinem Atem.

 

Die Ereignisse des Tages um uns herum verlieren ihre Masse.

 

Nach und nach verwandeln sie sich in Schwebepartikel. In dieser Verwandlung wird alles stiller. 

 

Die Ereignisse werden farblos wie Asche, die in der Luft schwebt. Sie verlieren ihr Leben und sinken vor deinem inneren Auge nach unten. Dein Blick wird klar - und du bist bei dir. Im jetzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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