Dankbarkeit bringt Glück !

13.02.2018

Wir haben als Menschen eine besondere Neigung auf alles zu achten von dem Gefahr ausgeht. Das war für uns immer überlebenswichtig. Doch die Sache hat sozusagen einen Haken. 

 

Informationen, die bei uns Angst und Unsicherheit auslösen - die uns in Anspannung versetzen -  werden von unserem System fünfmal so stark gewertet wie positive Informationen, die uns entspannen und die uns das Leben als lebenswert und glücklich empfinden lassen.

 

Diese Tatsache führt zum Beispiel auch dazu, daß uns Kritik ungleich mehr trifft und ungleich bei uns mehr hängen bleibt als Lob und Zuspruch.

Eigentlich müßten wir für Dinge die wir tun fünfmal so viel gelobt werden wie kritisiert - einfach damit wir das was wir hören als ausgeglichen empfinden.

 

Im 8 Wochen MBSR Achtsamkeitskurs verbringt man eine ganze Woche damit auf alles im Alltag zu achten was Gutes passiert ist. Am Abend schreibt man es auf. Es war verblüffend zu sehen, wie sehr ich mich an diesen Dingen am Abend freuen konnte. Oft war die Freude darüber im Nachhinein größer als zu dem Zeitpunkt als ich es erlebt habe. Und jedes Mal war ich erstaunt, daß diese Ereignisse spurlos an mir vorbeigegangen wären, hätte ich mich nicht spezifisch darauf konzentriert sie bewußt wahrzunehmen. Oft waren es nur kleine Dinge - aber die bewußte Wahrnehmung dieser kleinen Dinge hat meine Lebenserfahrung in der Woche nachhaltig glücklicher gemacht.

 

Nach dieser Woche hatte ich die Übung bald vergessen und war schon in der nächsten Achtsamkeitsübung. Zum Glück hat ein Harvard Professor namens Shawn Achor eine einfache Methode entwickelt, diesen Effekt durch eine einfache Übung zu verlängern. 

 

Harvard

 

Es gibt im Netz einen hervorragenden und überaus unterhaltsamen Vortrag von Shawn Achor. Er beschreibt darin, wie seltsam es ihm vorkam, daß Studenten, die in Harvard aufgenommen wurden sich zwar ursprünglich darüber gefreut haben an einer so besonderen Universität aufgenommen zu werden, aber schon nach kurzer Zeit waren sie nur noch damit beschäftigt was in ihrem Studium alles schiefgehen kann. Das Privileg in Harvard studieren zu dürfen, konnten sie kaum noch genießen. Durch diese und ähnliche Beobachtungen im Alltag hat Shawn Achor sich Schritt für Schritt der Frage angenommen, wie wir die Dinge, die in unserem Leben positiv sind, nachhaltig bewußt wahrnehmen können. Shawn Achor hat als Professor für positive Psychologie 12 Jahre seines Lebens der Frage gewidmet, was uns glücklich macht. 

 

Hier der link zum Vortrag

 

Was macht uns glücklich?

 

Shawn Achor hat in seiner Forschung belegt, daß es nicht äußere Ereignisse sind, die uns glücklich machen, sondern unsere innere Haltung.

 

Auch Erfolg macht uns nicht glücklich. Unser Glück davon abhängig zu machen wie erfolgreich wir sind, führt nur dazu daß wir bei Erreichen eines Erfolgs den nächsten Erfolg suchen, in der Hoffnung beim nächsten Erfolg glücklich zu sein.  Aber unser gesamtes psychologisches System arbeitet genau anders herum.

 

Nur wenn wir glücklich sind, sind wir auch erfolgreich.

 

Wenn wir glücklich sind, arbeitet unser Hirn 30% effektiver, wir haben mehr Energie und Lebensfreude. Wir sind deutlich kreativer und sind mit dem was wir tun in Kontakt. Wir haben weniger Süchte, weniger Übergewicht, und wir leben länger. 

 

Laut Shawn Achors Forschung kommt Glück aus der Fähigkeit die Dinge in unserem Leben bewußt wahrzunehmen, die uns guttun - für die wir dankbar sind. 

 

Shawn Achor hat in Harvard eine Methode entwickelt, die verblüffend einfach - und dabei verblüffend effektiv ist. Sie beruht darauf täglich Dankbarkeit ins Bewußtsein zu bringen. Ich bin persönlich kein Anhänger von quick fix Methoden die aus amerikanischen Ratgeberbüchern kommen und versprechen die Welt zu revolutionieren. Aber die Methode von Shawn Achor hat mich überzeugt - ganz einfach, weil ich sie selber und mit den Mitgliedern meiner Meditationsgruppe ausprobiert habe - sie wirkt. Für mich ist sie ein fixer Bestandteil meines Lebens geworden.

 

Das Dankbarkeitstagebuch

 

Ein Dankbarkeitstagebuch zu führen ist die Essenz der Methode von Shawn Achor. Professor an der Harvard Universität zu sein bringt es mit sich, daß der Effekt seiner Methode gleich vor Ort wissenschaftlich in Studien gemessen werden kann. Das Ergebnis: Nach drei Wochen Dankbarkeitstagebuch beginnt unser System im Laufe des Tages "automatisch" nach positiven Erfahrungen zu suchen und nimmt sie bewußt wahr. Strukturen in unserem Hirn ändern sich. Das fünf zu eins Verhältnis gleicht sich aus. Positive und negative Erfahrungen werden gleich stark gewertet, was zu einer nachhaltigen Verbesserung des subjektiven Lebensempfindens beiträgt. Oder anders gesagt - man wird glücklicher.

 

Danke

 

Das Wort "Danke" ist in meiner Erfahrung mit Achtsamkeit eines der Worte, die uns direkt im Herzen berühren. Wenn wir uns damit verbinden, wofür wir im Leben dankbar sein können, öffnet sich unser Herz. Wenn sich unser Herz öffnet, kommen wir in Beziehung. Sowohl in Beziehung mit uns selbst, wie auch mit Anderen. 

 

Und dieser Effekt führt dazu, daß wir uns zugehörig fühlen - was uns ebenfalls glücklich macht. Zum Thema Glück gibt es auf meiner Homepage noch einen zweiten Eintrag, der sich auf eine Studie der Harvard Universität bezieht - der längst laufenden Studie weltweit zum Thema "Was macht uns als Menschen glücklich?" Die beiden Einträge ergänzen sich aus meiner Sicht. Hier der link zum anderen Glückseintrag.

Übung - Das Dankbarkeitstagebuch

 

Die tägliche Übung die Shawn Achor vorschlägt, besteht aus folgenden Punkten:

 

Jeden Tag setzen wir uns am Abend hin und schreiben drei Erfahrungen oder Begegnungen aus dem Tagesverlauf auf, für die wir dankbar sein können.

Indem wir sie aufschreiben, erleben wir die Erfahrungen noch einmal, und ihre Wirkung verstärkt sich dadurch.

 

Jeden Tag machen wir es uns zur Aufgabe einem Menschen für etwas bewußt zu danken -  per Mail. Geschrieben hat ein Danke einen viel bewußteren Charakter, als wenn wir es im Alltag aussprechen. 

 

Ein Danke im Alltag schafft Verbindung und damit Beziehung. Wer also das Gefühl bekommt, er möchte sich mehr als einmal am Tag bei jemandem bedanken, verstößt in keiner Weise gegen die Übung.

 

Für alle, die die Shawn Achor's Übung täglich in ihrer Ganzheit machen wollen: Shawn Achor empfiehlt über das Dankbarkeitstagebuch hinaus jeden Tag 5 Minuten zu meditieren, und 15 Minuten etwas Beliebiges zu trainieren - da beide Faktoren den Effekt der Übung verstärken.

 

 

 

 

 

 

 

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