Erste Schritte in die Achtsamkeit

16.01.2018

Achtsamkeit ist ein Begriff, von dem man viel hört. Aber wie kann ich  erleben, was Achtsamkeit ausmacht. Ein Einstieg darin kann ganz einfach und spielerisch sein. Und dieser Einstieg läßt sich als Übung wunderbar mit Tätigkeiten verbinden, die wir alltäglich machen.

 

Das heißt - wir brauchen für diese Übungen keine Minute extra Zeit im Ablauf des Tages und müssen nichts von unserem Tagesablauf umstellen.

 

Sinnvolle Tätigkeiten

 

Es gibt im Laufe des Tages ein paar "sinnvolle" Tätigkeiten, die wir ohnehin immer erleben. Das Wort sinnvoll verbindet sich nicht umsonst mit dem Wort Sinn. Dort, wo wir mit unseren Sinnen den Augenblick wahrnehmen wie er ist, erfahren wir unser Leben als sinnvoll.

 

Die Übung besteht darin ganz in der Wahrnehmung der Sinne zu sein, statt in unseren Gedanken zu verschwinden, die sich entweder mit dem beschäftigen was war, oder mit dem was sein wird. Der Konflikt, der mir von gestern noch nachhängt, lenkt mich genauso vom Augenblick ab wie die Sitzung, die heute auf mich zukommt.

 

So sind wir auch in Alltagstätigkeiten meist sehr damit beschäftigt zu denken und nehmen den Augenblick oft kaum wahr. Doch dieser Augenblick ist unser Leben. Denn wir leben nur in der Gegenwart. Die Gegenwart erleben zu können ist ein wesentlicher Faktor dafür uns tatsächlich lebendig zu fühlen.

Übung

 

Die Übung besteht darin bei einfachen Tätigkeiten des Alltags, die stark mit einer sinnlichen Erfahrung verbunden sind,  ganz in der Sinneserfahrung zu bleiben.

 

Das kann das morgendliche Duschen sein, das Zähneputzen, Kochen, und das Essen. Das sind alles Tätigkeiten, die wir ohnehin täglich erleben. Wir müssen uns dafür keine extra Zeit nehmen.

 

Beim Dusche spüren wir bewußt die Temperatur des Wassers, die Cremigkeit der Seife, das Hautgefühl, wenn wir uns einseifen, die kalte Luft auf der nassen Haut das Reiben des Handtuchs auf der Haut, beim Essen nehmen wir bei jedem Biß den Geschmack dessen wahr was wir essen, und verlangsamen das Essen so, daß wir wirklich schmecken, was wir essen. Wir versinken faktisch in der Erfahrung unserer Sinne.

 

Wenn wir diese Übung machen, stellen wir fest wie sehr wir in Gedanken sind. Jedes mal, wenn wir das merken können wir unsere Aufmerksamkeit wieder bewußt auf die Sinneserfahrung lenken. 

 

Bei der Sinneserfahrung hilft die Verlangsamung immer, sie hilft dabei  in der Sinneserfahrung genau zu sein.

 

Wenn wir beispielsweise beim Essen tatsächlich die ganzen Geschmacksnuancen wahrnehmen, entdecken wir was für ein sinnliches Erlebnis essen ist - und wie sehr wir dieses tägliche Sinnvergnügen oft einfach nur in uns hinein schlingen - daneben vielleicht noch etwas arbeiten oder lesen, und so eine sinnvolle Erfahrung in unserem Tag verpassen.

 

Je langsamer wir etwas machen, desto mehr spüren wir. Und diese Übung bringt uns auch mit einer anderen Erkenntnis der Achtsamkeit in Kontakt. Je mehr wir im Augenblick sind und ihn wahrnehmen wie er ist, desto mehr sind wir auch bei uns.

 

So wie es sich anfühlt bei diesen Tätigkeiten im Augenblick zu sein und ihn mit allen Sinnen zu erleben, fühlt es sich auch an mit Achtsamkeit dein Alltag und seine Beziehungen zu erleben. Durch Übung können wir dieses Erleben in unserem Leben auf weitere Bereiche ausweiten.

 

 

 

 

 

 

 

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