Fühle deine Gefühle

01.10.2018

Wenn wir ein Gefühl bemerken das uns unangenehm ist, dann fragen wir uns gerne warum wir dieses Gefühl haben - womit es wohl zusammen hängt. Und wir fragen uns, wie wir dieses unangenehme Gefühl möglichst schnell wieder los werden.

 

Wir denken gerne über diese unangenehmen Gefühle nach, statt sie zu fühlen. Schon die Frage nach danach warum wir ein bestimmtes Gefühl jetzt gerade haben vermeidet den Kontakt zum Gefühl selber.

 

Wir leiden darunter, daß die Gefühle die wir nicht sehen wollen da sind, und versuchen uns abzulenken. Das funktioniert manchmal besser und manchmal schlechter. Wenn es Gefühle sind die uns gar nicht mehr loslassen und oft regelrecht beherrschen, versuchen wir uns zu betäuben um sie nicht spüren zu müssen -  was mitunter die Ursache von vielen Süchten ist.

 

Oft regen wir uns auch über Ungerechtigkeiten auf, und leben im Vorwurf statt den eigenen Schmerz zu fühlen.

 

Wir tun oft alles außer unser Gefühl wirklich zu fühlen. Denn wir haben Angst davor, daß es uns dann nicht wieder verläßt. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Gerade die Gefühle, die wir nicht fühlen verlassen uns nicht mehr. Sie werden größer und lauter.

 

Jeder möchte gern gesehen werden. So geht es auch unseren Gefühlen. 

 

Naturgesetze der Gefühle

 

Mit den Gefühlen ist es wie mit allem anderen das zu uns gehört. Da Gefühle zu uns gehören, haben sie eine Berechtigung zu sein - als Gefühl. Sie gehören zu unserer Wirklichkeit.  Je weniger wir unsere Gefühle werten, beurteilen, je weniger wir sie in gut und böse einteilen, desto schneller kommen wir damit in Kontakt, daß alle unsere Gefühle uns in Wirklichkeit gut dienen, und nur geachtet werden wollen. 

 

Jedes Gefühl ist von seiner Natur her konstruktiv und gut. Das ist eine sehr seltsame Aussage in unserer Kultur. Was soll denn bitte an Ohnmacht, Aggression, Angst und Verzweiflung gut sein. Was soll an meinem inneren Kritiker gut sein, und an meinem Antreiber, der mich auch dann noch quält etwas zu tun, wenn ich eigentlich schon lange nicht mehr kann. 

 

Auf diese Fragen schaue ich in meinem Eintrag "Wie gehe ich mit meinen schwierigen Gefühlen um".

 

In diesem Eintrag hier möchte ich ganz bei dem Gedanken bleiben, daß es wichtig ist, daß wir unsere Gefühle tatsächlich fühlen.

 

Lösung durch gefühlte Gefühle

 

Jeder von uns kennt das "gelöste" Gefühl, wenn man über etwas weinen kann, daß einem vorher nur dumpf auf der Seele lag. 

 

Auch wenn wir uns davor fürchten unsere Gefühle zu fühlen, ist es der einzige klare und direkte Weg unsere Herzen von ihrem Schmerz zu befreien.

 

Achtsamkeit und gefühlte Gefühle

 

Wenn wir lernen den Wert "aller" unserer Gefühle zu achten, müssen wir uns nicht mehr dafür schämen sie auch zu zeigen. Wenn wir alle unsere Gefühle leben und zeigen können kommen wir in Beziehung. Mit uns selber und mit anderen. Weil wir uns dann zeigen können wie wir sind.

Meditation

 

Meditiere darüber, wie du ganz persönlich Gefühle in deinem Leben vermeidest.

 

Geh in die Stille und achte darauf, ob in dieser Meditation Gefühle aufkommen. Wenn das so ist, versuche sie zu fühlen,

statt sie von dir weg zu halten. 

 

Unsere Gefühle zu fühlen ist ein wichtiger Schritt darin unsere eigene Wirklichkeit anzuerkennen.

Wo immer das gelingt, finden wir zu größerer Lebendigkeit.

 

Egal welches Gefühl in der Meditation kommt, es ist ein wichtiger Schritt, es mit einem Ja zu begrüßen, und zu halten.

Auch wenn es anfangs sehr fremd ist. Wenn wir unsere Gefühle auf diese Art zulassen können, beginnen sie sich

zu verwandeln - in freundliche und gute Ressourcen. 

 

Diese Erkenntnis ist ein wichtiger Grundpfeiler der Achtsamkeit.

 

 

 

 

 

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