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Liebe verkörpern, statt Liebe erwarten

Es ist ein universelles Grundgesetz, dass die Emotion zu mir zurückkommt, die ich selbst ausstrahle - in der ich selbst bin. Gehe ich herzlich in die Welt, begegnen mir herzliche Menschen. Gehe ich übel gelaunt und misstrauisch in die Welt, wird mir auch das gespiegelt. Denn unsere Beziehungen bauen auf Resonanz auf. Mein Gegenüber spürt mein Gefühl in sich.


Liebe verkörpern, statt Liebe erwarten I Achtsamkeit Blog

So schaffen unsere inneren Haltungen und Emotionen die Welt, in der wir leben. Und aus diesem Grund ist es so wichtig, bewusst mit den eigenen Haltungen und Emotionen umzugehen. Denn durch diese Resonanz werden meine Emotionen zu sich selbst erfüllenden Prophezeiungen.


Wie meine Gefühle auf andere wirken


"Erwarte" ich von jemand anderem geliebt zu werden und zeige meine Enttäuschung, in dem ich mich zurückziehe oder meinen Frust, indem ich Kritik übe, bedeutet es für mein Gegenüber - "du bist enttäuschend" und "so wie du bist, bist du falsch". Denn das ist die Emotion, die dann von mir ausgeht.


So schafft meine Enttäuschung, wenn ich ihr auf diese Weise Ausdruck gebe, einen Anspruch an den anderen. Sie schafft eine Erwartungshaltung, die Druck macht und gleichzeitig werte ich mein Gegenüber ab. Ich gebe ihm zu verstehen, so wie du bist, bist du nicht genug. Alle diese Dinge trennen Beziehung. Und so trennt mich diese Reaktion davon, das zu bekommen, wonach ich Sehnsucht habe: Verständnis und Mitgefühl vom anderen.

Wo immer wir uns verletzt fühlen, kommen schnell in ein Gefühl, wie der andere sein müßte und was er tun müsste, damit es uns gut geht. Und dabei übersehen wir, dass wir für den unser gegenüber auch dieser andere sind. So kann eine Beziehung schnell in ein Muster von gegenseitigem Anspruch, Kritik und gegenseitiger Enttäuschung fallen, aus der sie nicht mehr heraus findet.


Wie kann ich mit Verletzungen gut umgehen?


Aber wie kann ich auf gute und konstruktive Weise in Beziehung bleiben, wenn ich verletzt oder enttäuscht bin?


Die Idee, bei jeder Verletzung umso liebevoller zum anderen zu sein, dann wird sich das schon wieder einrenken, ist keine funktionierende Lösung. Denn auf diesem Weg zeige ich mich nicht mit meiner Verletzung und werde dadurch vom anderen auch nicht gesehen. So mache ich mich unsichtbar.


Der Weg in die Beziehung führt über die Selbstliebe. Dort, wo meine Grenze verletzt ist, bin ich es mir schuldig, meine Grenze zu schützen und "mich" zu zeigen, statt den anderen anzugreifen, zu kritisieren und zu entwerten. Auf diesem Weg bin ich in der Herzlichkeit mir gegenüber und verletze mein gegenüber nicht. So kann ich auch dem anderen gegenüber herzlich bleiben. Aus genau dem Grund ist die Selbstliebe so wichtig für gelingende Beziehungen. Nur wenn ich ohne Scham und Schuldgefühl zu mir und meinen Gefühlen stehen kann, kann ich mich zeigen, wie ich bin.


Rede ich über mich, greife ich niemanden an. Ich werde sichtbar. Und das erhöht die Chance, dass mein Gegenüber gut mit mir umgeht. So bleibe ich auch im Konflikt mit Herzlichkeit verbunden und diese Resonanz erreicht mein Gegenüber.


Emotionen erzeugen Beziehungsmuster


Emotionen bestimmen unser Beziehungsleben und steuern unsere Beziehungsmuster. Das beginnt in der Kindheit.


Vertraue ich meinen Kindern, entsteht in ihnen Selbstvertrauen. Gebe ich ihnen Liebe, entsteht in meinem Kind Selbstliebe, gehe ich wertschätzend mit ihnen um, entsteht Selbstwert.


In der erwachsenen Beziehung gelten die gleichen Grundgesetze. Und so bestimmen die Herzlichkeit, die ich mir selbst gegenüber und gegenüber dem anderen habe, die Qualität aller meiner Beziehungen. Sobald ich aus der Herzlichkeit heraus falle, werden Selbstbeziehung und Beziehung destruktiv.


 

Übung:


Achte in dieser Woche darauf, was in jeder Situation die Antwort deines Herzens ist.


Wo immer du die Herzlichkeit gegenüber anderen verlierst, versuche zuerst Herzlichkeit und Verständnis dir selbst gegenüber zu finden.


Wenn du das gefunden hast, hast du die Basis dafür, dich zu zeigen, indem du über dich redest, ohne Anspruch, Urteil, Wertung und Vorwurf dem anderen gegenüber. So kannst du in Beziehung auch bei Verletzungen in der Herzlichkeit bleiben.





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